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80 Jahre, jung wie nie

Musikabteilung der SKG feiert Geburtstag und lädt zu Musik-Café ein

Aus einem Männerchor wurde auf Umwegen ein Frauenchor, der den Swing ins Ried bringt ..... und große Feste der Abteilung bereicherten die Kultur der Region. Zwei Gruppen kamen hinzu, die das Singen mit Instrumenten verbinden. Die Musiker der SKG haben viel zu bieten!

Männerchor der SKG Stockstadt 1971

Unsere Geschichte

80 Jahre Musik: Das ist ein Grund zum Feiern! Als 1946 die Musikabteilung der SKG gegründet wurde, stand sie allein für die „Kultur“ in der „Sport- und Kulturgemeinschaft“. Der im Jahr zuvor gegründete Spartenverein hatte bis dahin nur die Fußball- und die Turnabteilung umfasst. Nun kam die Musik hinzu – dabei hieß die Abteilung damals noch gar nicht so. Auch sonst hat sich allerhand verändert in den acht Jahrzehnten.

 

Der Name der Abteilung war damals „Gesang“, und so sollte es noch für viele Jahrzehnte bleiben. Und wer da sang, das waren Männer: Wie im Männergesangverein 1921, der an seine Wurzeln aus der Zeit der Weimarer Republik anknüpfte, waren es auch in der SKG die Herren der Schöpfung, die sich wöchentlich trafen, um gemeinsam in Bass, Tenor und Bariton zu schmettern. Lange Zeit war das ein Erfolgsmodell, die Zahl der Sänger wuchs bis auf 78 an.

 

Bis 1987 blieben die SKG-Sänger unter sich, dann erst öffneten sie sich für weibliche Mitglieder. Der Grund war einfach und ist vielen Gesangvereinen vertraut: Die Zahl der männlichen Mitglieder nahm ab und es wurde schwierig, noch alle Stimmen gut zu besetzen für den vollen Klang eines Männerchors. Der Schritt hin zu einem gemischten Chor wurde dabei heftig diskutiert, denn jedem war klar: Die Atmosphäre ist eine ganz andere, wenn auch Frauen an Bord sind.

 

Doch in der neuen Form florierte die Gesangsabteilung, wuchs wieder und stellte regelmäßig erfolgreiche Veranstaltungen auf die Beine: neben Konzerten auch jedes Jahr eine große und immer ausgebuchte Fastnachtssitzung, natürlich mit viel Musik, und auch einen gut besuchten Herbstball.

 

Mehr Swing, mehr Rhythmus

 

Während die Herren im gemischten Chor weitgehend aus der gleichen Generation stammten, gab es bei den Damen eine größere Altersspanne. So kam es, dass die Jüngeren unter ihnen auch moderneres und anspruchsvolleres Liedgut singen wollten, gerne auch auf Englisch: Pop, Swing, Jazz. Das führte im Jahr zur Gründung der Greensingers, eines zusätzlichen Frauenchors innerhalb der Abteilung. Fortan sangen manche der weiblichen Mitglieder nur in einem der Chöre, manche in beiden. Das sängerische Niveau stieg an, Wettbewerbe wurden gewonnen.

 

Bald darauf nahm man den Nachwuchs stärker in den Blick und stellte dafür eigene Angebote auf die Beine: 2002 einen Kinderchor, 2004 noch einen Jugendchor. Auf die Dauer konnten sich diese aber nicht halten, so dass die Abteilung einige Jahre später wieder aus den beiden Chören für Erwachsene bestand. Zuwachs im Programm gab es stattdessen aus einer ganz unerwarteten Richtung.

 

Denn um für das moderne Repertoire ihr Rhythmusgefühl zu verbessern, organisierten die Greensingers 2005 eine Reihe von Workshops, bei denen sie Stücke auf afrikanischen Trommeln erlernten. Das machte ihnen so viel Spaß, dass sie weiter übten und 2007 die Trommelgruppe Vitambo bildeten. Da „Gesang“ als Abteilungsname nun nicht mehr alles abdeckte, wurde einige Zeit später „Musik“ als neue Bezeichnung eingeführt.

 

Die Gruppe Vitambo zog bald weitere Interessierte an, die das Spiel auf afrikanischen Handtrommeln (Djemben) erlernten. Die Vernetzung mit anderen Trommelgruppen führte ab 2005 zum „Südhessischen Trommelfest“, das in der Folge insgesamt achtmal die Altrheinhalle mit Besuchern aus ganz Deutschland und Rhythmen aus aller Welt füllte. Der Atmosphäre dort trauern heute noch viele Musikfreunde nach, ebenso wie den zusätzlich engagierten Spitzenmusikern aus Afrika und Europa oder auch dem leckeren afrikanischen Essen.

 

Auf vier Saiten Richtung Zukunft

 

Das Ende der Feste kam durch die Corona-Pandemie und den Mangel an Helfern nach Einstellung des Gemischten Chors, dessen Mitglieder als helfende Hände zum Gelingen beitrugen. Nach Corona gab es so zunächst einen Rückgang bei Aktivitäten und Mitgliederzahl, wenngleich Greensingers und Vitambo aktiv blieben.

 

Doch wo eine Tür sich schließt, tut sich eine andere auf. Da mehrere der Mitglieder privat angefangen hatten, Ukulele zu spielen, wurde im Frühjahr 2024 ein kostenloser Kurs angeboten, der weitere Interessierte an das übersichtliche Saiteninstrument heranführte. Daraus entstand eine feste Gruppe, die sich nach einem Jahr den Namen „Ried-Ukester“ gab und seitdem durch jährliche Einsteigerkurse wächst.

 

Die noch junge Formation baut ihre Fähigkeiten nach und nach aus, ergänzt die Ukulelen um Bass, Percussion und weitere Instrumente – und sorgt mit ihren Auftritten in der Region immer für gute Laune. Das Repertoire hat seinen Schwerpunkt auf Pop und Rock, bietet aber für viele Geschmäcker etwas: mit Gospel oder Country, Volkslied, Swing oder alten Schlagern: alles, was den Zuhörern Spaß macht.

 

Heute schaut die Musikabteilung als eine lebendige Mischung mit vielen musikalischen Interessen positiv in die Zukunft – weil sie nie stehengeblieben ist, sondern immer aktuelle Ideen aufgenommen und erprobt hat. Das Bild ist ein ganz anderes als vor 80 Jahren, denn es passt zu dem, was Musikfreunde heute gerne mögen, sei es als Aktive oder als Publikum. Das Zusammenwirken der drei Formationen sorgt außerdem immer wieder für neue Impulse.

 

Konzert, Kaffee und Kuchen am 6. September

 

Wer die drei Gruppen der Abteilung kennenlernen will, hat dazu bald Gelegenheit: Am 6. September sind alle Interessierten zum Musik-Café eingeladen, einem kostenlosen Nachmittagskonzert mit Kaffee und Kuchen, ab 14 Uhr im Tanzraum an der Sporthalle. Die Greensingers treten dabei erstmals öffentlich mit ihrer neuen Chorleiterin  Beate Leisner auf, Vitambo und Ried-Ukester bieten abwechslungsreiche Ausschnitte aus ihrem Repertoire.

 

René Granacher

im Juli 2026

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